Zugegebenermaßen klingt der Titel etwas kryptisch. Daher folgt hier sogleich die Aufklärung: EAP steht für Employee Assistance Program. MFG steht in diesem Fall nicht für „Mit Freundlichen Grüßen“, sondern bedeutet – das wissen Sie als Leserin bzw. Leser dieses Blogs – Mitarbeiter*-FeelGood. Beide Dienstleistungen werden im unternehmerischen Kontext als Mitarbeiter-Benefits betrachtet.

Wo liegt der Unterschied zwischen diesen Mitarbeiter-Benefits?

Die grobe Unterscheidung könnte man so formulieren: EAP ist eher reaktiv beratend, MFG unterstützend präventiv. Schauen wir uns die Inhalte, das Dienstleistungsportfolio der jeweiligen Services etwas genauer an.

EAP wird laut Wikipedia auch als externe Mitarbeiterberatung bezeichnet. Weiter heißt es dort, dass EAP konkret dazu diene, „Mitarbeiter bei beruflichen und privaten Problemen qualifiziert zu beraten.“ Wichtige Bereiche sind hier u.a.: Suchtberatung, Stressmanagement, Schuldnerberatung, Konfliktberatung, Gesundheitsberatung, Ehe- oder Partnerschaftsberatung, Rechtsberatung, Work-Life-Balance. Bei der Schuldnerberatung sieht das dann z.B. konkret so aus, dass eine telefonische Beratung stattfindet, bei der das Problem eruiert wird (Analyse der finanziellen Situation), Handlungspläne (Budgetplanung) besprochen werden oder auch Unterstützung bei der Kommunikation mit Gläubigern stattfindet. Der Schwerpunkt des EAP-Serviceportfolios liegt demnach eher in der Beratung, wenn ein Problem entstanden ist.

Der Mitarbeiter-FeelGood-Service agiert grundsätzlich aktiv assistierend und idealerweise vorbeugend, wenn ein Problem erkannt wurde. Zunächst ist aber wichtig zu erwähnen, dass der MFG-Service nicht mit Feelgood Management zu verwechseln ist. Es gibt einige Parallelen. Beispielsweise kümmert sich der MFG-Service um die (privaten) Anliegen der Mitarbeitenden in Unternehmen, unterstützt Unternehmen beim Onboarding – und Preboarding –, plant und organisiert Firmenevents, -incentives und -ausflüge, das macht ein Feelgood Manager grundsätzlich auch. Doch der Feelgood Manager ist eher im Unternehmen für Themen wie Unternehmenskultur, Wertemanagement, Konfliktlösung, Arbeitsumgebung, Mitarbeiterbedürfnisse zuständig. Der MFG-Service dagegen ist eine Dienstleistung außerhalb des Unternehmens. Wenn EAP als eine externe Mitarbeiterberatung bezeichnet wird, dann ist der MFG-Service eine externe persönliche Assistenz, ein externer Zeitmanager oder People Manager, die bzw. der sich um die Dinge kümmert, die zusätzlich zur beruflichen Tätigkeit der Mitarbeiter erledigt werden wollen. Die Haupttätigkeitsbereiche sind hier: Reiseplanung und -organisation, Recherchen, Besorgungen/Erledigungen, Relocation Services (alles was mit einem Umzug zusammenhängt), Terminvereinbarungen (z.B. für Ärzte, Therapeuten, Werkstatt, Massagen), Eventplanung, Vermittlung von Eintrittskarten für Konzerte und Sportveranstaltungen. Der Schwerpunkt beim MFG-Service liegt also eher auf der Assistenz und dem Managen von (privaten) To-Do-Listen.

Wofür sollten sich Unternehmen entscheiden – Employee Assistance Program oder FeelGood-Service?

Kurze Antwort: Idealerweise für beides. Warum? Weil es zwei sehr wertvolle und verschiedene Mitarbeiter-Benefits sind, die sich perfekt ergänzen können. Es gibt zwar kleine gemeinsame Schnittstellen, z.B. die Suche nach Ärzten, Therapeuten, Kliniken oder Kinderbetreuungsplätzen, doch die sind eher marginal.

Am Beispiel „Stress“ wird deutlich, wie sich EAP und MFG ergänzen können. Dazu müssen wir allerdings zunächst die Frage beantworten, wodurch Stress verursacht wird. Auf der Webseite des Anti-Stress-Teams gibt es zum Thema Stress ausführliche Informationen. Was die Ursachen angeht, so beruft man sich u.a. auf die regelmäßigen Studien der TK zum Thema „Stress in Deutschland“. Danach verursacht die Arbeit (also der Beruf), hohe Ansprüche an sich selbst und zu viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit (in dieser Reihenfolge) den meisten Stress. EAP kann hier z.B. beratend und coachend tätig werden mit Stressmanagement, Mental Fitness oder durch Resilienz-Coaching. Hier wird Stress idealerweise durch Beratung und Coaching reduziert. Der FeelGood-Service hat den Ansatz, Stress erst gar nicht entstehen zu lassen.

Schauen wir uns die Ursachen von Stress genauer an und wie der Mitarbeiter-FeelGood-Ansatz hier wirkt.

  • Stressursache Nr. 1 – Stress durch Arbeit
    Der Fachkräftemangel trägt sicherlich stark dazu bei, dass in vielen Unternehmen eine erhöhte Arbeitsverdichtung entsteht, die zu Stress führt.
    Unterstützung durch den MFG-Service: To Dos, die nicht unmittelbar zur Kern- oder Fachkompetenz der Mitarbeitenden oder der Abteilung gehören, können an den MFG-Service delegiert werden. Z.B. die Recherche und Buchung von passenden Flugverbindungen, Bahnverbindungen oder Hotelzimmern. Es können Zeit raubende Recherchen übernommen werden, z.B. das Finden einer geeigneten Sprachschule für neue Mitarbeitende aus dem Ausland oder die Unterstützung beim Umzug. Oder der FeelGood-Service übernimmt die Organisation für das nächste Team-Event (z.B. Locationscouting) oder unterstützt beim kommenden Messeauftritt.
  • Stressursache Nr. 2 – Hohe Ansprüche an sich selbst: Klar, der Beruf und das Private müssen perfekt unter einen Hut gebracht werden. Bei höherem Arbeitsvolumen (s.o.) bleibt weniger Zeit für Privates – die zweite Stressquelle.
    Unterstützung durch den MFG-Service: Gerade wenn der Anspruch an sich selbst hoch ist, sollte man sich von „guten Feen“ unterstützen lassen, die quasi unsichtbar im Hintergrund vieles regeln. Das Gute ist: für diese guten Feen gehören diese Tätigkeiten zum Standardrepertoire und daher ist es wahrscheinlich, dass die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen.
  • Stressursache Nr. 3 – Termine und Verpflichtungen in der Freizeit: Dies ist u.a. die logische Konsequenz aus den ersten beiden Stressursachen. Neben zu viel Arbeit und „Perfektionismus“ kommt folgendes hinzu: Werkstatt-Termin vereinbaren, Schwimmschule für den Sohn suchen, die Suche nach einem Therapeuten, den Skiurlaub planen, den kommenden Sommerurlaub planen, Treffen am Wochenende mit Freunden vorbereiten, Mannschaftssport, Yoga, Kinder-Taxi sein, Kindergeburtstag vorbereiten, Gartenarbeit, Hausarbeit, Arzttermine, Hochzeitstag, Geschenke kaufen, der Kühlschrank geht kaputt, der Wasserhahn tropft, die Putzhilfe hat gekündigt … Es ist doch nahezu klar, dass da Stress entsteht…
    Der FeelGood-Service kann hier ganz viele Angelegenheiten übernehmen, damit der Stresslevel signifikant abnimmt.

Die gut verdienenden Frauen, die gestressten Männer der globalen Wissenswelt brauchen Service, Service, Service, im privaten wie im beruflichen Sektor, morgens, mittags, abends, rund um die Uhr.“
Matthias Horx, Zukunftsforscher

Fazit des Vergleichs der beiden Mitarbeiter-Benefits

Ein Vergleich der beiden Mitarbeiter-Benefits kann hier, in einem Blog, nicht vollumfänglich stattfinden, das sprengt den Rahmen. Wir möchten Unternehmen mit diesen Informationen ermuntern, sich mit dem EAP-Ansatz und dem MFG-Service gleichermaßen näher zu befassen. Denn eines ist doch glasklar: Unternehmer, die sich nicht um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden kümmern, werden es schwer haben, langfristig am Markt bestehen zu können.

Und die Kosten? Beim EAP sind es eher Pauschalbeträge, beim MFG-Service größtenteils eher nutzungsabhängige Entgelte. Je nach Mitarbeiterzahl, vereinbartem Leistungsumfang und der Nutzungsrate kann die Investition pro Mitarbeiter bei unter zwei Euro im Monat liegen. Fragen Sie sich als Unternehmer oder Head of HR, ob Ihnen gesundere, motiviertere, loyalere und produktivere Mitarbeitende, die positiv über Sie als Arbeitgeber sprechen und dadurch die Bewerberquote erhöhen, das wert sind.

* wenn wir Mitarbeiter schreiben, meinen wir auch immer Mitarbeiterinnen. Aus Gründen der Lesbarkeit haben wir bei der Schreibweise die männliche Form gewählt. Die weibliche – und auch die diverse Sprachform – ist immer ebenfalls gemeint und die betreffenden Personen mögen sich bitte in gleicher Form angesprochen fühlen.

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zum Mitarbeiter-Benefit FeelGood-Service:

Ihr Ansprechpartner bei Agent CS ist Bertram Wroblewski.

+49 69 9450 7270
service@agent-cs.de

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